Pre-Teens & Teens
Weiterführende Schule – Pubertät
Nun wird es konkret. Körperveränderungen in der Pubertät sind für die Heranwachsenden kein theoretischer Unterrichtsstoff mehr; alles kann nach und nach live am eigenen Körper erfahren werden. Sogar das Gehirn wird in dieser Zeit zu einer Großbaustelle. In dem Buch „Warum sie so seltsam sind – Gehirnentwicklung von Teenagern" wird eindrücklich gezeigt, was dort im Gehirn geschieht, und welchen Einfluss es auf Teenager hat. In einer Zeit, in der die Fruchtbarkeit erwacht, Schwangerschaften schon möglich sind und gleichzeitig die Hormone oft Samba tanzen, ist es besonders wichtig, dass junge Leute gut aufgeklärt durchs Leben gehen. Wer sich schon vor langer Zeit zu diesen Themen als nicht ansprechbar gezeigt hat, wird vielleicht schmerzlich feststellen, dass nun andere Ratgeber gefragt sind, etwa die Peer-Group oder einschlägige Zeitschriften. Nichts desto trotz, wenn Sie das nun vielleicht erst erkannt haben, können Sie das Gespräch dennoch immer mal wieder anbieten, vielleicht auch sagen, dass Sie inzwischen anders darüber denken – und respektieren, wenn Sie dennoch nicht gefragt sind. Denn die Pubertät ist ja gerade die Zeit, in der die Wertevorstellungen der Eltern, die früher im Kindesalter so einfach übernommen wurden, hinterfragt werden, neu geordnet und vieles über Bord geworfen wird. (Manches wird dann später wieder mehr oder weniger heimlich zurück ins Boot geholt, aber Auseinandersetzung ist nun mal vorrangig bei vielen Pubertierenden angesagt.). Denn wir sind keine Kopie unserer Eltern, von daher ist diese Zeit für Teenager auch unwahrscheinlich wichtig.
Ebenfalls bedeutsam ist der Wunsch von Teenagern als solche wahrgenommen zu werden, die unterwegs auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen, ihr Leben meistern können, die ‚klar kommen‘. Ist es deshalb wirklich erstaunlichen, wenn eine Teenager-Schwangere partout ihren Eltern nichts davon erzählen mag, lieber das Kind gleich abtreiben möchte, hat sie nun doch jahrelang aus deren Mund nichts anderes als abfällige Bemerkungen über solche gehört, die in jungen Jahren zu blöd waren, um entsprechend vorzusorgen…‘. Eine andere Teenager-Mutter von vier Kindern signalisiert hingegen Gesprächsbereitschaft: „Wenn Ihr mal empfindet, Ihr hättet einen Fehler gemacht, so ist es wichtig, auf diesen nicht gleich spontan noch einen anderen Fehler drauf zu setzen…. Wir können immer miteinander reden und gemeinsam überlegen, was man dann tun kann.“